Flugplatz Uelzen ist Teil des Sicherheitskonzepts für den G 20-Gipfel

Uelzen. Auf Bitten der Hamburger Polizei ist der Flugplatz Uelzen seit Donnerstag, 6. Juli, und noch bis Sonntag täglich von 6 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet. Grund ist das Sicherheitskonzept für den G-20-Gipfel in Hamburg: Flugzeuge, die in die zeitweise eingerichtete Flugverbotszone rund um den Hamburger Flughafen einfliegen, werden unter Umständen von Polizeihubschraubern abgefangen und zur Landung gezwungen. Der Flugplatz Uelzen ist einer von vier für den Zweck vorgesehenen Flugplätzen.

„Wir tragen gern dazu bei, dass die Luftsicherheit während des Gipfeltreffens gewährleistet ist“, sagt Andreas Scheerer, Erster Vorsitzender des Uelzener Flugsportvereins, der den Flugplatz im Auftrag des Landkreises betreibt. Cumulus-Flugleiter würden zu den erweiterten Zeiten auf dem Turm Dienst tun und für einen ordnungsgemäßen Flugbetrieb sorgen. Regulär ist der Flugplatz Uelzen nur am Wochenende geöffnet, samstags von 13 bis 19 Uhr, sonntags von 9 bis 19 Uhr.

Aus Sicherheitsgründen hat die Luftfahrtbehörde die sogenannte „ED-R“ mit einem Radius von 30 nautischen Meilen rund um den Flughafen Hamburg eingerichtet. Vertikal reicht die Flugverbotszone bis 10.000 Fuß über dem Meeresspiegel, rund 3000 Meter. Sie gilt bis auf wenige Ausnahmen für Flüge jeder Art und beginnt etwa zwischen Bad Bevensen und Lüneburg.

Piloten, die sich der Flugverbotszone nähern, werden vom Fluginformationsdienst nach Möglichkeit per Funk darauf aufmerksam gemacht. Falls kein Kontakt hergestellt werden kann, werden Polizeihubschrauber neben dem betreffenden Flugzeug erscheinen und den Piloten visuell dazu auffordern, eine bestimmte Frequenz am Funkgerät einzustellen. Sollte auch diese Maßnahme nicht zum Erfolg führen, könnte ein Flugzeugführer zur Landung auf einem bestimmten Flugplatz gezwungen werden.

Dabei kann es durchaus sein, dass Piloten versehentlich in die Flugverbotszone einfliegen. „Zum Beispiel weil sie die entsprechenden Fluginformationen, so genannte Nachrichten für Luftfahrer nicht abgerufen haben“, erklärt Andreas Scheerer die Bedeutung der sogenannten „Notams“. Was einem niederländischen Motorsegler und einem deutsch registrierten Segelflugzeug prompt gleich am ersten Tag passierte. Der Motorsegler wurde zur Landung in Uelzen aufgefordert, Polizeibeamte nahmen am Boden die Personalien auf. Der Pilot muss sich auf unangenehme Folgen einstellen: Unerlaubte Einflüge in eine ED-R gelten als Straftat.

„Der niederländische Pilot war nach einem Rundflug über Niedersachsen unterwegs nach Juist“, erfuhren Cumulus-Vereinsmitglieder. Die Flugverbotszone über Hamburg sei ihm anscheinend nicht bewusst gewesen. Im Übrigen verlief der Einsatz auf dem Flugplatz Uelzen zunächst unspektakulär, wie Flugleiter Christian Hummelbrunner berichtete: „Sonst keine besonderen Vorkommnisse.“ Stattdessen nutzten Vereinsmitglieder die Gelegenheit zu Platzflügen, interessiert beobachtet von insgesamt acht Polizeibeamten aus NRW.

 

Christian Hummelbrunner ist einer der Cumulus-Flugleiter, die aus Anlass des G20-Gipfels Sonderschichten auf dem Flugplatz Uelzen schieben. Im Hintergrund Polizeibeamte aus NRW. (Foto Merten)