Uelzen. Glückliche Gesichter gab es am vergangenen Sonntag auf dem Flugplatz Uelzen zu sehen. Um seiner Geliebten Monia Lemke einen Heiratsantrag zu machen, hatte sich Christoph Scheuermann einen ganz besonderen Ort ausgesucht: rund 300 Meter über Stadensen in der Luft. Doch damit nicht genug: Der 35-jährige Lehrer hatte zuvor mit seinem Freund Friedrich Buchholz darüber gesprochen, ob es wohl möglich wäre, die Botschaft in einen nahegelegenen Stoppelacker zu grubbern. Tatsächlich: Zwei ineinander verschlungene Ringe - dazu in 48 Meter langen Großbuchstaben der Name „Moni“ - setzten das Ansinnen ins Bild.

In der Mittagszeit holte Scheuermann seine nichts ahnende Freundin zunächst vom Bahnhof ab, um ihr ein vermeintlich geerbtes Flurstück zu zeigen. Am Flugplatz angekommen, bat Pilot Arnold Lang das Pärchen in seine viersitzige Piper 28 A, setzte Fotografin Nora Strohpagel unter einem Vorwand auf den Co-Pilotensitz, startete und steuerte die Maschine in Richtung Wrestedt.

„Ich hab das Feld gesehen und gleich losgeheult“, gestand die 28-Jährige Lehrerin. Als der Antrag dann per Headset noch einmal mündlich vorgetragen wurde und die Verlobungsringe aufgesteckt waren, stand der gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege. „Se hett ja geseggt“, übermittelte Scheuermann seinem Helfer Friedrich Buchholz die gute Nachricht unmittelbar nach der Landung per Handy.

Dass Christoph Scheuermann, der ebenso wie seine Verlobte in Bremen wohnt, für den Heiratsantrag nach Stadensen kam, ist kein Zufall. „Mein Großvater Dr. Adolf Warnecke hatte hier einst einen Hof, der seit mehr als 40 Jahren verpachtet ist“, erzählt Scheuermann. „Dieser Hof ist meine Kindheit pur“, verbindet der 35-Jährige mit dem Ort die schönsten Erinnerungen.

Am späten Nachmittag ging es für die frisch Verlobten zurück nach Bremen. Dort planen sie nun für das kommende Jahr eine Polterhochzeit, einschließlich kirchlicher Trauung und Spanferkel. „Dazu seid ihr natürlich alle eingeladen“, zeigte sich Scheuermann gegenüber den anwesenden Mitgliedern des Flugsportvereins Cumulus dankbar. „Es haben wirklich alle mitgespielt.“ Auch seine Monia strahlte nach der gelungenen Aktion über das ganze Gesicht: „Abgefahren, was anderes fällt mir dazu nicht ein.“

 

Bericht: H. Merten
Fotos: N. Strohpagel